Im Bezirk Bergedorf leben rund 134.000 Menschen, das ist jeder vierzehnte Hamburger.1 Bergedorf ist damit der einwohnerschwächste der sieben Hamburger Bezirke, zugleich aber flächenmäßig der größte. Der Bezirk wächst seit Jahren stetig und gehört zu den familienreichsten Ecken der Stadt.
Dieser Beitrag bündelt die wichtigsten Eckdaten zu Bevölkerung, Altersstruktur, Migration und Wachstum. Eine kompaktere Zahlenübersicht findest du in unserer Bergedorf-Statistik2, eine Karte der Ortsteile unter Stadtteile in Bergedorf.
- Bergedorf-Demografie auf einen Blick
- Wie viele Menschen leben in Bergedorf?
- Wächst, stagniert oder schrumpft Bergedorf?
- Verteilung über die Stadtteile
- Geburten und Sterbefälle
- Altersstruktur: Wer ist wie alt in Bergedorf?
- Internationaler geworden: Migration in Bergedorf
- Bergedorf im Hamburger Vergleich
- Ausblick
- Quellen
Bergedorf-Demografie auf einen Blick
- Einwohner aktuell: rund 134.000 (kleinster Bezirk Hamburgs nach Einwohnern, größter nach Fläche)
- Wachstum 2012 bis 2024: rund 10 Prozent
- Durchschnittsalter: rund 43 Jahre
- Anteil unter 18 Jahre: rund 18 Prozent (überdurchschnittlich für Hamburg)
- Ausländeranteil: rund 19 Prozent
- Migrationshintergrund: rund 44 Prozent
Wie viele Menschen leben in Bergedorf?
Mit 134.263 Einwohnern (Melderegister, Stichtag 31.12.2024) ist Bergedorf der bevölkerungsärmste der sieben Hamburger Bezirke und stellt damit rund sieben Prozent der Hamburger Bevölkerung.1 Ende 2025 waren es nach vorläufigem Stand 134.434 Menschen.3 2012 wohnten hier knapp 122.000 Menschen, der Bezirk ist seither kontinuierlich gewachsen.
Einwohnerentwicklung des Bezirks Bergedorf, 2002 bis 2024 (Melderegister, jeweils 31.12., gerundet). Quelle: Statistikamt Nord.
Über die letzten gut zwanzig Jahre zeigt die Kurve klar nach oben: von rund 117.000 Einwohnern Ende 2002 auf rund 134.000 Ende 2024, ein Plus von etwa 15 Prozent.1 Allein zwischen 2012 und 2024 kamen rund 12.000 Menschen hinzu. Anders als in den Innenstadtbezirken speist sich dieses Wachstum vor allem aus Neubau in Lohbrügge, dem Bergedorfer Kern und Neuallermöhe sowie aus Zuzug von jungen Familien.
Wächst, stagniert oder schrumpft Bergedorf?
Bergedorf wächst seit Jahren spürbar. Zwischen 2012 und 2022 legte der Bezirk um rund 9 Prozent zu und damit etwas stärker als Hamburg insgesamt.4 Phasen echter Stagnation oder Schrumpfung gab es im letzten Jahrzehnt nicht, der Trend zeigt durchgehend nach oben, auch wenn das Tempo zuletzt etwas nachgelassen hat.
Innerhalb des Bezirks ist das Wachstum sehr ungleich verteilt. Den Schwung tragen die dicht bebauten Kerngebiete Lohbrügge, Bergedorf und Neuallermöhe, während die weitläufigen Vier- und Marschlande mit ihren Dörfern wie Kirchwerder, Neuengamme oder Altengamme kaum wachsen. Wie sich die Bevölkerung über den Bezirk verteilt, zeigt unsere Übersicht der Stadtteile in Bergedorf.
Verteilung über die Stadtteile
Bergedorf gliedert sich in 14 Stadtteile sehr unterschiedlicher Einwohnerstärke.1 Drei davon, Lohbrügge, Bergedorf und Neuallermöhe, vereinen zusammen rund drei Viertel der Bezirksbevölkerung, während die ländlichen Marschlande dünn besiedelt sind.
| Stadtteil | Einwohner (31.12.2024) |
|---|---|
| Lohbrügge | 41.400 |
| Bergedorf | 37.560 |
| Neuallermöhe | 23.233 |
| Kirchwerder | 10.398 |
| Curslack | 4.269 |
| Billwerder | 4.117 |
| Neuengamme | 3.731 |
| Ochsenwerder | 3.015 |
| Altengamme | 2.332 |
| Allermöhe (Dorf) | 1.411 |
| Moorfleet | 1.203 |
| Tatenberg | 560 |
| Spadenland | 537 |
| Reitbrook | 497 |
Der namensgebende Stadtteil Bergedorf selbst ist mit gut 37.000 Einwohnern also nicht der größte, das ist die benachbarte Großwohnsiedlung Lohbrügge. Zusammen bilden sie den urbanen Kern, in dem auch der Bahnhof, die Fußgängerzone und das historische Schloss liegen, das du in unseren Sehenswürdigkeiten in Bergedorf wiederfindest.
Geburten und Sterbefälle
Bergedorf gilt als einer der familienfreundlichsten Bezirke Hamburgs und hatte lange den höchsten Anteil von Haushalten mit Kindern.5 Der Anteil der unter 18-Jährigen liegt mit rund 18 Prozent über dem Hamburger Mittel. In absoluten Zahlen werden im Bezirk je nach Jahr rund 1.200 bis 1.400 Kinder pro Jahr geboren.3
Den Geburten steht eine ähnliche Zahl an Sterbefällen gegenüber, der natürliche Saldo bewegt sich damit nahe der Nulllinie. Hamburgweit lag die Zahl der Sterbefälle in den letzten Jahren sogar über der Zahl der Geburten.6 Das Wachstum Bergedorfs speist sich daher nicht aus dem natürlichen Saldo, sondern fast vollständig aus Zuzug und Neubau.
Altersstruktur: Wer ist wie alt in Bergedorf?
Das Durchschnittsalter lag Ende 2025 bei rund 43 Jahren.3 Bergedorf ist damit ein recht ausgewogener Bezirk: jünger als die alternden Randlagen, aber älter als die hippen Innenstadtviertel von Hamburg-Mitte. Auffällig ist der hohe Anteil junger Menschen, getragen von den Familien in Neuallermöhe und Lohbrügge.
| Altersgruppe | Personen | Anteil |
|---|---|---|
| unter 18 Jahre | 24.549 | 18,3 % |
| 18 bis 64 Jahre | 83.563 | 62,2 % |
| 65 Jahre und älter | 26.151 | 19,5 % |
Altersstruktur Bezirk Bergedorf, Stichtag 31.12.2024. Quelle: Statistikamt Nord.
Wie in ganz Hamburg altert die Bevölkerung auch in Bergedorf langsam. Der Anteil der über 65-Jährigen ist binnen eines Jahres leicht von 19,5 auf 19,8 Prozent gestiegen, während der Anteil der unter 18-Jährigen minimal zurückging.1 Besonders in den ruhigen Marschlanddörfern lebt eine vergleichsweise alte Stammbevölkerung.
Internationaler geworden: Migration in Bergedorf
Der Anteil der ausländischen Bevölkerung liegt bei rund 19 Prozent.3 Deutlich weiter gefasst ist der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund: Er lag Ende 2025 bei 43,6 Prozent, das sind rund 58.700 Personen.7
Der Wandel ist dabei rasant. 2009 hatten erst 30,8 Prozent der Bergedorfer einen Migrationshintergrund (rund 36.700 Personen), heute ist es deutlich mehr als jeder Dritte.7 Damit liegt Bergedorf im Hamburger Mittelfeld. Konzentriert ist die Vielfalt vor allem in den Großwohnsiedlungen Neuallermöhe und Lohbrügge, während die Vier- und Marschlande deutlich homogener sind.
| Kennzahl | 2009 | 2025 |
|---|---|---|
| Migrationshintergrund (Anteil) | 30,8 % | 43,6 % |
| Migrationshintergrund (Personen) | ca. 36.700 | ca. 58.700 |
Bergedorf im Hamburger Vergleich
Im Vergleich der sieben Hamburger Bezirke ist Bergedorf eine Besonderheit: Es ist der mit Abstand größte Bezirk nach Fläche, aber der kleinste nach Einwohnern. Das liegt an den ausgedehnten, dünn besiedelten Vier- und Marschlanden im Süden, einer der größten zusammenhängenden Gemüseanbauregionen Norddeutschlands. Der Bezirk ist dadurch grüner und ländlicher geprägt als jeder andere Teil Hamburgs.
Wer sich für die Lebensrealität hinter den Zahlen interessiert, findet weitere Bezugspunkte in unseren Beiträgen zum Mietspiegel in Bergedorf und zu den Lebenshaltungskosten in Bergedorf.
Ausblick
Bergedorf dürfte weiter moderat wachsen. Mit großen Neubauquartieren wie Oberbillwerder, das im Osten Hamburgs auf einer Fläche zwischen Bergedorf und Allermöhe entsteht und langfristig Zehntausende neue Bewohner aufnehmen soll, hat der Bezirk eines der größten Stadtentwicklungsprojekte der Hansestadt vor der Tür. Zugleich altert die Bevölkerung langsam, und der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund wächst weiter. Ob daraus moderates oder kräftiges Wachstum wird, entscheidet sich vor allem am Tempo dieser neuen Quartiere.
Hinweis zur Methodik
Zahlen basieren auf dem Statistikamt Nord (Hamburger Melderegister, Stadtteildatenbank) sowie der amtlichen Stadtteilstatistik. Werte gerundet, Stichtage variieren (in der Regel 31.12.). Einzelne Kennzahlen liegen nur auf Bezirksebene und nicht für jeden Stadtteil vor. Geringe Abweichungen zu Einzelveröffentlichungen sind möglich.