Bergedorf ist der südöstlichste und mit Abstand grünste der sieben Hamburger Bezirke. Auf rund 155 Quadratkilometern leben Ende 2024 nur etwa 134.000 Menschen, das macht Bergedorf zum am dünnsten besiedelten Bezirk der Hansestadt.
Offiziell gliedert sich der Bezirk in 14 Stadtteile, vom dicht bebauten Lohbrügge über das junge Wasserquartier Neuallermöhe bis zu den dörflichen Vier- und Marschlanden entlang der Elbe. Diese Marschland-Orte gelten zusammen als das größte Gemüse- und Blumenanbaugebiet Deutschlands. Die folgende Reihenfolge orientiert sich an den Einwohnerzahlen, vom bevölkerungsreichsten Stadtteil abwärts.
1. Lohbrügge
- Einwohner: ca. 41.400
- Fläche: 13,0 km²
- Lage: Norden des Bezirks, an der Grenze zu Billstedt und zu Reinbek in Schleswig-Holstein
- Highlights: Boberger Niederung, Lohbrügge-Nord, Bergedorf-West, Sander Markt
- Charakter: Bevölkerungsreichster Stadtteil, Großsiedlung und Naturraum nebeneinander
Lohbrügge ist der einwohnerstärkste Stadtteil des Bezirks und liegt im Norden, jenseits der Bahnlinie und der Bundesstraße 5. Lange war Lohbrügge eigenständig und kam erst 1937 mit dem Groß-Hamburg-Gesetz zu Hamburg und zu Bergedorf.
Das Gesicht des Stadtteils prägen die Großsiedlungen, allen voran Lohbrügge-Nord, das ab 1961 auf rund 243 Hektar entstand und Mitte der 1970er Jahre fertig war. Daneben liegt mit der Boberger Niederung eines der wertvollsten Naturschutzgebiete Hamburgs, mit Binnendüne, Feuchtwiesen und Mooren. Wer in Bergedorf nach Grün sucht, findet hier eine der schönsten Adressen.
2. Bergedorf
- Einwohner: ca. 37.560
- Fläche: 11,3 km²
- Lage: Geografisches und funktionales Zentrum des Bezirks, am Schleusengraben und an der Bille
- Highlights: Schloss Bergedorf, Bahnhof Bergedorf, Sachsentor, Sternwarte
- Charakter: Verwaltungs-, Einkaufs- und Verkehrszentrum mit historischem Kern
Der namensgebende Stadtteil Bergedorf ist das Herz des Bezirks. Hier liegt das Schloss Bergedorf, das einzige Schloss Hamburgs, das heute das Museum für Bergedorf und die Vierlande beherbergt. Vom Bahnhof Bergedorf bringt dich die S-Bahn (S2 und S21) in rund 20 Minuten in die Hamburger Innenstadt.
Einkaufsmeile ist die Fußgängerzone Sachsentor mit dem CCB City Center Bergedorf. Auf dem Gojenberg thront die Hamburger Sternwarte, die 1912 eingeweiht wurde und mit ihren Kuppelbauten zum Architektur- und Wissenschaftsdenkmal gehört. Wohnlich mischen sich Altstadtbebauung, Gründerzeit und neue Quartiere am Schleusengraben.
3. Neuallermöhe
- Einwohner: ca. 23.233
- Fläche: 4,2 km²
- Lage: Südwestlich des Zentrums, zwischen Allermöhe und der A25
- Highlights: Fleetsystem, S-Bahnhöfe Allermöhe und Nettelnburg, Wohnen am Wasser
- Charakter: Junger, dicht bewohnter Stadtteil mit Grachten und vielen Familien
Neuallermöhe ist einer der jüngsten Stadtteile Hamburgs, als eigenständiger Stadtteil erst zum 1. Januar 2011 ausgewiesen. Gebaut wurde in zwei Etappen: Neuallermöhe-Ost zwischen 1983 und 1996, Neuallermöhe-West ab den 1990er Jahren.
Markenzeichen ist das Prinzip Wohnen am Wasser. Ein verzweigtes Netz aus Fleeten zieht sich durch die Quartiere und lässt sich mit dem Kanu erkunden. Zwei S-Bahnhöfe, Allermöhe und Nettelnburg, binden den Stadtteil über die S2 und S7 an. Mit über 23.000 Einwohnern ist Neuallermöhe der bevölkerungsreichste Teil der Marschlande.
4. Kirchwerder
- Einwohner: ca. 10.398
- Fläche: 32,4 km²
- Lage: Südosten des Bezirks, in den Vierlanden zwischen Dove-Elbe und Gose-Elbe
- Highlights: Kirche St. Severini, Kirchwerder Wiesen, Gemüse- und Blumenanbau
- Charakter: Flächenmäßig größter Stadtteil, ländlich geprägt durch Landwirtschaft
Kirchwerder ist mit 32,4 Quadratkilometern der flächengrößte Stadtteil des Bezirks und einer der vier Vierlande-Orte. Trotz der Größe leben hier nur rund 10.400 Menschen, der Stadtteil ist dünn besiedelt und stark von Landwirtschaft geprägt.
Die Vier- und Marschlande gelten als das größte Gemüse- und Blumenanbaugebiet Deutschlands, und Kirchwerder steht mittendrin. Sehenswert ist die Kirche St. Severini, einer der ältesten Sakralbauten der Region. Wer Höfe, Felder und Wasserläufe sucht, findet hier das ländliche Hamburg.
5. Curslack
- Einwohner: ca. 4.269
- Fläche: 10,6 km²
- Lage: Vierlande, südöstlich des Zentrums an der Dove-Elbe
- Highlights: Rieck Haus (Freilichtmuseum), Kirche St. Johannis, Curslacker Deich
- Charakter: Klassischer Vierlande-Ort mit Fachwerk, Deichen und Gartenbau
Curslack ist einer der vier namensgebenden Vierlande-Orte und ein Bilderbuch-Beispiel für die Region. Entlang des Curslacker Deichs reihen sich Fachwerkhöfe und Gärtnereien.
Eine der bekanntesten Adressen ist das Rieck Haus, ein Freilandmuseum in einem Vierländer Hufnerhaus, das den dörflichen Alltag früherer Jahrhunderte zeigt. Mit gut 4.200 Einwohnern gehört Curslack zu den größeren Marschland-Stadtteilen.
6. Billwerder
- Einwohner: ca. 4.117
- Fläche: 9,5 km²
- Lage: Westen des Bezirks, in den Marschlanden nördlich der Dove-Elbe
- Highlights: Billwerder Kirche, Reitbahn, Gewerbegebiet, Naturschutzgebiete
- Charakter: Ländlich und gewerblich gemischt, dünn besiedelt
Billwerder liegt im Westen des Bezirks und zählt zu den Marschlanden. Der Stadtteil ist mit rund 4.100 Einwohnern auf 9,5 Quadratkilometern dünn besiedelt und mischt Landwirtschaft, Naturflächen und Gewerbe.
Im Norden grenzt Billwerder an die Großstadt, im Süden geht es in die offene Marschlandschaft über. Die barocke Billwerder Kirche und ausgedehnte Reit- und Grünflächen prägen das Bild.
7. Neuengamme
- Einwohner: ca. 3.731
- Fläche: 18,6 km²
- Lage: Südosten in den Vierlanden, zwischen Dove-Elbe und Elbe
- Highlights: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Kirche, Gartenbaubetriebe
- Charakter: Ländlicher Vierlande-Ort mit zentralem Erinnerungsort
Neuengamme ist einer der vier Vierlande-Orte und vor allem durch die KZ-Gedenkstätte Neuengamme bekannt, eine der größten Gedenkstätten Norddeutschlands am Ort des ehemaligen Konzentrationslagers. Sie ist heute zentraler Erinnerungs- und Lernort.
Abseits der Gedenkstätte ist Neuengamme ländlich und vom Gartenbau geprägt. Rund 3.700 Menschen leben hier auf 18,6 Quadratkilometern.
8. Ochsenwerder
- Einwohner: ca. 3.015
- Fläche: 14,1 km²
- Lage: Marschlande, südwestlich an der Dove-Elbe und der Norderelbe
- Highlights: Kirche St. Pankratius, Elbdeiche, Landwirtschaft
- Charakter: Ruhiger, landwirtschaftlich geprägter Marschland-Ort
Ochsenwerder gehört zu den Marschlanden und liegt im Süden des Bezirks nahe der Norderelbe. Der Stadtteil ist klassisch ländlich, mit Höfen, Feldern und Deichen.
Mittelpunkt ist die Kirche St. Pankratius. Auf 14,1 Quadratkilometern leben rund 3.000 Menschen, womit Ochsenwerder zu den größeren, aber dünn besiedelten Marschland-Stadtteilen zählt.
9. Altengamme
- Einwohner: ca. 2.332
- Fläche: 15,6 km²
- Lage: Östlichster Vierlande-Ort, an der Elbe und der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein und Niedersachsen
- Highlights: Kirche St. Nicolai, Altengammer Elbdeich, Obst- und Gartenbau
- Charakter: Östlichster, abgelegener und sehr ländlicher Vierlande-Ort
Altengamme ist der östlichste Stadtteil Hamburgs und einer der vier Vierlande-Orte. Hier endet die Stadt, dahinter beginnen Schleswig-Holstein und Niedersachsen.
Der Stadtteil ist stark vom Obst- und Gartenbau geprägt und entlang des Altengammer Elbdeichs aufgereiht. Die Kirche St. Nicolai ist der historische Mittelpunkt. Rund 2.300 Menschen leben auf 15,6 Quadratkilometern.
10. Allermöhe
- Einwohner: ca. 1.411
- Fläche: 8,7 km²
- Lage: Marschlande, westlich von Neuallermöhe an der Dove-Elbe
- Highlights: Allermöher Kirche, Dove-Elbe, Wassersport
- Charakter: Kleiner, alter Marschland-Ort, namensgebend für Neuallermöhe
Das alte Allermöhe ist nicht mit dem benachbarten Neuallermöhe zu verwechseln. Es ist ein kleiner, traditioneller Marschland-Ort an der Dove-Elbe mit nur rund 1.400 Einwohnern.
Die Dove-Elbe ist hier ein beliebtes Revier für Ruderer und Segler. Das dörfliche Allermöhe blieb trotz der wachsenden Nachbarschaft im Osten weitgehend ländlich.
11. Moorfleet
- Einwohner: ca. 1.203
- Fläche: 4,3 km²
- Lage: Nordwesten der Marschlande, an der Norderelbe und der A1
- Highlights: Kirche St. Nikolai, Gewerbegebiet, Autobahnkreuz
- Charakter: Kleiner Marschland-Ort mit viel Gewerbe und Verkehr
Moorfleet liegt im äußersten Nordwesten des Bezirks, dort wo die Marschlande an Hamburgs Hafen- und Industriegebiete grenzen. Mit rund 1.200 Einwohnern ist es einer der kleinsten Stadtteile.
Geprägt wird Moorfleet von Gewerbeflächen, der Autobahn A1 und der Lage am Wasser. Die kleine Kirche St. Nikolai erinnert an die dörfliche Vergangenheit.
12. Tatenberg
- Einwohner: ca. 560
- Fläche: 3,1 km²
- Lage: Marschlande, an der Dove-Elbe und der Tatenberger Schleuse
- Highlights: Tatenberger Schleuse, Dove-Elbe, Sportboothafen
- Charakter: Sehr kleiner, wassernaher Marschland-Ort
Tatenberg ist mit gut 560 Einwohnern auf 3,1 Quadratkilometern einer der kleinsten Stadtteile Hamburgs überhaupt. Er liegt eingebettet zwischen Dove-Elbe und Norderelbe.
Bekannt ist die Tatenberger Schleuse, die die Dove-Elbe reguliert und beliebter Ausflugspunkt ist. Wassersport und Natur bestimmen den ruhigen Charakter.
13. Spadenland
- Einwohner: ca. 537
- Fläche: 3,4 km²
- Lage: Marschlande, zwischen Tatenberg und Ochsenwerder an der Dove-Elbe
- Highlights: Spadenländer Deich, Dove-Elbe, Landwirtschaft
- Charakter: Winziger, ländlicher Marschland-Ort
Spadenland ist mit nur rund 540 Einwohnern einer der einwohnerschwächsten Stadtteile Hamburgs. Der schmale Marschland-Ort zieht sich entlang des Spadenländer Deichs an der Dove-Elbe.
Geprägt ist Spadenland von Landwirtschaft und Wasserlagen. Hektische Großstadt sucht man hier vergebens, der Stadtteil ist ländlich und ruhig.
14. Reitbrook
- Einwohner: ca. 497
- Fläche: 6,9 km²
- Lage: Marschlande, südlich von Allermöhe an der Dove-Elbe
- Highlights: Reitbrooker Mühle, Kirche, Dove-Elbe
- Charakter: Einwohnerschwächster Stadtteil, idyllisch und ländlich
Reitbrook ist mit knapp 500 Einwohnern der einwohnerschwächste Stadtteil des Bezirks und einer der kleinsten ganz Hamburgs. Der Marschland-Ort liegt südlich von Allermöhe an der Dove-Elbe.
Wahrzeichen ist die historische Reitbrooker Mühle, eine der wenigen erhaltenen Windmühlen der Region. Reitbrook ist durch und durch ländlich, mit Höfen, Deichen und Wasserläufen.
Ausblick: Wohin sich Bergedorf entwickelt
Bergedorf gehört zu den wachsenden Bezirken Hamburgs. Im Fokus stehen neue Wohnquartiere rund um den Schleusengraben in Bergedorf, wo auf alten Gewerbeflächen ganze Viertel mit Wohnen am Wasser entstehen. Auch das Bergedorfer Zentrum wird seit Jahren verdichtet und aufgewertet.
Gleichzeitig will der Bezirk seinen ländlichen Süden, die Vier- und Marschlande, als Landschafts- und Anbaugebiet schützen. Die Spannung zwischen wachsender Stadt im Norden und grünem Marschland im Süden bleibt das prägende Thema. Wer den Bezirk wirklich kennenlernen will, sollte beide Seiten erleben, vom Sachsentor bis zum Altengammer Elbdeich bringt jeder Stadtteil seinen eigenen Charakter mit. Mehr Zahlen dazu findest du in der Bergedorf-Statistik.